Was vorgeburtliches Horchen für die Menschwerdung bedeutet

8.  WAS   VORGEBURTLICHES   HORCHEN   FÜR   DIE   MENSCHWERDUNG   BEDEUTET.
Das Horchen auf den Wachstumsklang des Lebens und die psychische Struktur des fötalen Ohres.

Man kann davon ausgehen, dass der Anfang allen Hörens und Horchens in frühester Embryonalzeit beginnt. Die Forschung konnte zeigen, wie das eben befruchtete, menschliche Wesen schon am 19. Tag nach seiner Konzeption eine Hörschnecke in einer Größe von 0.9 mm ausgebildet hat, was etwa 1/10. der Größe der ausgewachsenen Hörschnecke ausmacht und wie dann dieses gerade durch Befruchtung entstandene Wesen mit einer wunderbaren Energie zunächst einmal die Ohren ausbildet. Das erste was es haben will, sind seine Ohren !  Nur 27 Tage nach der Konzeption steuert dann bereits eine Vorstufe des Vestibularapparates das winzige Wesen natürlich  noch global und wenig differenziert.
Die Gehörknöchelchen des Mittelohres entwickeln sich ab der 8., das Trommelfell ab der 11. Schwangerschaftswoche. Die Schnecke des Innenohres beginnt ihre Entwicklung etwa in der 5. Woche mit einem kleinen Bläschen, das sich in der 6. Woche zu winden beginnt und in der 20. Woche seine endgültige Form erreicht. Das Corti’sche Organ, in dem die Umsetzung von Schall in Nervenimpulse erfolgt, nimmt danach seine Arbeit auf. Seine Aktivität führt zur Bildung von Synapsen in weiterleitenden Nervenbahnen, so dass man dann von einer bestehenden Verdrahtung des Innenohres mit dem Gehirn ausgehen kann.

Wir wissen zudem aus der Embryologie, dass ein Vorläufer des Ohres, eine sogenannte Plakode, sich an der Peripherie des Ektoderms entwickelt. Das Vestibulum wird damit das erste, archaische Element der Ohranlage. Es wird zum zentralen Punkt zum  ‚Induktor‘  einer primitiven Struktur des Nervensystems, in gewisser Weise der Anfang des ersten Gehirns, dass man als vestibuläres Gehirn bezeichnen könnte.  Neben seiner Funktion als Gleichgewichtsorgan besteht seine Aufgabe darin, die Informationen im Körper zu verteilen und sicherzustellen, dass sie gut weitergeleitet werden. Mit der weiteren Entwicklung zum Vestibularapparat setzen nun die Motorik und Sensibilität des Embryos ein, zwar unkoordiniert noch und nicht mit den höheren Gehirnfunktionen verbunden. Trotz seiner rudimentären Struktur ist in ihm bereits alles integriert:  die sich anbahnenden Körperhaltungen, die Stellung der Gliedmaßen etc.
Lange vor der Ausbildung des Nervensystems wird der Vestibularapparat von Schallreizen und Schwingungen überschwemmt. Da er sie noch nicht weiterleiten kann, begnügt er sich damit, sie zellulär zu speichern. Damit entsteht in den Zellen – in holographischer Form – eine Grundschwingungsmatrix, die erst später auf das ganze Nervensystem übertragen werden wird. Dann wird zwar alles an eine höhere Ebene weitergeleitet, die  PRIMÄRE  STEUERFUNKTION   bleibt dennoch beim vestibulären Gehirn. Auf dem Hintergrund dieser Grundschwingungsmatrix, als einem Wachstumsklang des Lebens, geprägt von der Mutterstimme, werden wir später als Erwachsene jeden Ton wahrnehmen.

Der Wachstumsklang des Lebens ist in einem umfassenden Sinne ein Referenzton, der auch beim Erwachsenen eine enge Beziehung zum  innersten Kern seiner Persönlichkeit hat. Um auf ihn zu horchen, müssen wir in die Stille gehen und uns einen inneren Ort schaffen,  zu dem die Sorgen des Alltags keinen Zugang finden.
Das Ungeborene ruht im Schoss dieser Grundschwingungsmatrix – vom wässerigem Ozean des Fruchtwassers getragen – in einem Zustand von Geborgenheit aber auch von Offenheit und Bildsamkeit. Die ganze Oberfläche seines Körpers funktioniert als hoch empfindsames Wahrnehmungsorgan nicht nur für Klänge auch für andere Schwingungen und Energiefelder. Jede Unterbrechung des Klangkontinuums stellt ein prägendes Signal dar. Der Embryo nimmt es wahr und reagiert darauf; er ist  ‚ganz Ohr ‚. Sein Horchen auf den Referenzton des Lebens prägt bereits den Aufbau seines Ohres. Die erste und grundlegende neurologische Prägung durch Umweltgeräusche geschieht durch die Resonanz dieser Geräusche mit dem Eigenton des Organismus. Der Stimme der Mutter kommt dabei die zentrale Rolle zu;  in ihr nimmt das Kind ebenfalls den Referenzton wahr, denn die Stimme der Mutter gelangt, gefiltert durch die Bauchdecke und das Fruchtwasser, vor allem über die Wirbelsäule mit Schwingungen hoher Frequenzen von etwa 2000 – 8000 Hertz an das Ohr des ungeborenen Kindes. Eine besondere Bedeutung haben dabei die Obertöne, denn sie entstehen im höchsten Schwingungsbereich der mütterlichen Stimme.
Durch die Stimme der Mutter gerät der Referenzton nie in Vergessenheit. Vor dem Klangkontinuum seiner Schwingung ereignet sich der Dialog zwischen Mutter und Embryo, aus dem sich die menschliche Fähigkeit zur Sprache entwickelt. Die Stimme der Mutter ist zur Entfaltung der nachgeburtlichen Sprachstrukturen genauso unentbehrlich wie das Licht zur Entfaltung visueller Strukturen. Aus einer liebevollen Mutterstimme hört der Fötus den Ausdruck von Zuwendung und Fürsorge. Die ihn einhüllende Schwingung von Liebe weckt in ihm den Wunsch selbst zu lieben, zu leben, zu sprechen, was sich z.B.  bei der Geburt als ‚aktives Zur-Welt-Kommen-Wollen‘ zeigt.

Horcht das ungeborene Kind auf die Mutterstimme, die den umhüllenden Hintergrund der Referenzschwingung des Lebens unterbricht – ähnlich wie beim Morsen -, so hat dies noch eine weitere grundlegende Wirkung : Durch die Stimulierung der Corti-Zellen in den mit Endolymphe gefüllten Gängen des Innenohrs, werden Nervensystem und Cortex und somit der ganze Organismus mit Energie aufgeladen, was den Muskeltonus und das Körpergefühl  bestimmt.
Während des ersten, vestibulären Stadiums der Embryonalentwicklung geschieht diese Aufladung noch an der Peripherie. Bevor sich Nervensystem und Gehirn entwickelt haben, reagiert jede einzelne Körperzelle auf Schall und andere Reize. Auch das Integrieren und Sich-Merken eines Reizes geschieht mit dem ganzen Körper des Embryos. Diese primäre Speicherung – holographischer Natur – wird zu einem späteren Zeitpunkt auf das Nervensystem und die Gehirnrinde übertragen. Voraussetzung für diese Übertragung ist jedoch eine funktionsfähige Hörschnecke  (Cochlea), die durch Frequenzanalysen der peripher gespeicherten Informationen diese Übertragung überhaupt erst möglich macht.  Mit der zweiten Entwicklungsphase der Hörschnecke können die primär gespeicherten Informationen integriert werden und dem Bewusstsein dann  erst zugänglich gemacht werden. Sie sind somit die Basis des Bewusstseins.  Auf dieser ursprünglichen,  archaischen Ebene des Gedächtnisses wird alles Erlebte in der Tat Fleisch und bleibt auch später als die tiefste aber oft überlagerte Basis unseres  Gedächtnisses  erhalten.    ‚Das Wort ist Fleisch geworden.‘      –          ‚ Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und Gott war das Wort.‘ (Johannes 1,1)

Es ist das erste Ziel, der von Tomatis entwickelten Methodik auf dieses erste, grundlegende Gedächtnis einzuwirken. Durch die Reaktivierung dieses Wachstumsklanges, der Referenzschwingung des Lebens, in der alle späteren Erinnerungen eingebettet sind, können die frühesten Spuren des Gedächtnisses erreicht und therapeutisch genutzt werden.
Damit wird erklärbar, dass eine Person unter dem elektronischen Ohr Erlebniselemente ihres eigenen intrauterinen Lebens – z.B. das Passieren des Eies im Eileiter wieder erleben, und sich daran ‚erinnern‘  kann. Die im Verlauf der Sitzungen gemachten Zeichnungen legen von solchen Ur- Erinnerungen immer wieder beredsames Zeugnis ab.
Die akustischen Bedingungen im aquatischen Milieu der Gebärmutter stellte Tomatis experimentell nach. Er bewies, dass das Ungeborene später als Fötus einen aktiven Dialog mit seiner Mutter führt. Er versteht zwar nicht den Sinn der Worte, aber den affektiven Sinn der Mutterstimme mit ihren Lauten, Rhythmen, Modulationen. Über die sogenannte Knochenleitung via Kehlkopf, Wirbelsäule und Becken der Mutter gelangen die Töne an sein Ohr.  Dabei hört er vor allem die hohen Frequenzen – die über 2000 Hz – intensiver, da die tiefen Frequenzen durch das Fruchtwasser gedämpft werden.
Nach ca. 4,5 Monaten der Schwangerschaft ist sein Ohr in Größe und Funktion ausgereift !  Die sich myelinisierenden, efferenten Nervenbahnen (vom Gehirn zum Ohr) sind dabei 10 fach zahlreicher, als die, die afferent  (vom Ohr zum Gehirn) verlaufen. Anders ausgedrückt heißt das : Das Gehirn steuert die Funktion des Ohres. Der Fötus öffnet und verschließt sein Ohr wie es ihm behagt, in individueller Art und Weise.

Die vorgeburtliche Kommunikation zwischen Mutter und Kind wird in ihrer Bedeutsamkeit für die psychische Entwicklung des Kindes meistens unterschätzt. Die elementare Prägung durch die Matrix der Mutterstimme, die den zellulären Wachstumsklang des Lebens eines Individuums moduliert, ist für die Reifung eines Menschen zu einem Menschen, der horcht und dadurch zur Sprache findet, fundamental. Sie wird wie schon beschrieben zur Identität seines Fleisches.
Wenn die Mutter daher ihr ungeborenes Kind mit einer Stimme umfängt, in deren Schwingungen sich das Leben selbst äußert, wird durch die liebevollen, emotionalen Qualitäten ihrer Stimme beim Kind der Wunsch zu leben geweckt und verstärkt. Es kann sich jenes Ur-Vertrauen bilden, dass am Beginn der Realisierung eines jeden kindlichen Selbstvertrauens stehen sollte.

Auf dieser elementaren Ebene der ersten Kommunikation, spielt die Mutter die alles entscheidende Rolle – es handelt sich um ein Spiel mit den Klangfiguren ihrer Stimme. Dem linken Ohr des Menschen entspricht der körperliche, mütterliche Aspekt – konkret neurologisch hat das linke Ohr die Verlaufskontrolle über emotionale Funktionen, die mit ihm verbundene rechte Hirnhemisphäre die Aufgabe der Integration bei negativem Affekt. Zudem erzeugt die rechte Hirnhälfte aus den einlaufenden Informationen Bilder und weist die Bilder einem zeitlosen Raum zu.
Dem ersten Pädagogen seines Kindes, dem Vater entspricht das rechte Ohr; konkret neurologisch hat das rechte Ohr die beträchtlich kürzeren Verbindungen zu Kehlkopf und Gehirn. Dies prädestiniert das rechte Ohr zur Leitfunktion und ermöglicht die präzise, audio-vokale Selbstkontrolle beim Sprechen und Singen; die mit dem rechten Ohr verbundene linke Hirn-Hemisphäre mit den dort vorhandenen Sprachzentren – denen von Broca u. Wernicke -, haben die allgemeine Aufgabe der Differenzierung bei positivem Affekt. Zudem strukturiert die linke Hirnhälfte die ankommenden Informationen in Worten und Zahlen und ordnet diese in der Zeitachse ein.

Am Modell der Mutterstimme und Vaters Sprache bildet das Kind die Qualität seiner Hör- und Sprachprozesse aus. Es versucht : ‚Rechtshörer bis zur linken Seite‘ zu werden.
Nur wenn unter der Leitung des rechten Ohres auch das Hören mit dem linken Ohr in einem guten Gleichgewicht ist, können die beiden Hirnhemisphären den ganzen Körper einbeziehen. Konnten die audio-psycho-phonologischen Regelkreise, die dies bewerkstelligen, gut integriert werden, dann fällt die Lateralisierung und die Aufrichtung zu einer optimalen Horchhaltung leicht.
Beim Erwachsenen setzt die freie Beherrschung der artikulierten Sprache die Integration dieser polaren Wirklichkeit von rechtem und linkem Hören voraus. Vater- und Mutterimago wurden verinnerlicht.

Bis heute gibt es zahlreiche klinische Experten, die diese theoretische Sicht von Tomatis nicht teilen, oft weil sie die neueren quantenphysikalischen Erkenntnisse nicht berücksichtigten. Sie bestreiten aber meist nicht die Zuverlässigkeit und die Richtigkeit seiner klinischen Beobachtungen im Einzelfall.

 

NEUESTE  FORSCHUNGEN  zur  EMBRYOGENESE  am  INSTITUT  für EXPERIMENTELLE  MEDIZIN  der  RUSSISCHEN  AKADEMIE   der  WISSENSCHAFTEN  in  SANKT  PETERSBURG

Nach diesen Forschungen projiziert sich die Seele eines Lebewesens zu Beginn in der Form eines holographischen Feldbildes und baut auf der Basis dieses Bildes seinen konkreten, biochemischen Körper auf.  Somit gibt es zwei Seiten des Lebens und die zeitlich frühere ist jene des individuellen, holographischen Feldes. (V.P. Kasnachaev)     P. Garjaev und Kollegen bewiesen experimentell, dass ein Hologramm noch vor dem Erscheinen des ganzen in sich geschlossenen Organismus entsteht.  Einfach ausgedrückt, veranlasst eine  von außen kommende Information die Chromosomen des Embryos ein holographisches Bild zu formen.

Dieses Hologrammbild diktiert den sich teilenden Zellen, wann und wohin die Beine, die Arme, der Kopf wachsen sollen.  Ähnlich wie eine Gussform angefüllt wird, wird das Wellenbild durch die Materie angefüllt und so jedes Lebewesen nach einem vorgegebenen Wellenprogramm aufgebaut.  Garjaev und seine Mitarbeiter bestätigten damit praktisch die biblische Legende über die unbefruchtete Empfängnis Mariens. Das Experiment dazu war einfach :  Aus einem unbefruchteten Körnchen Fisch-Rogen entfernten sie alle Teile der DNA, die die Erbinformationen enthält.  Danach führten sie mit Hilfe eines Torsionswellen-Generators in das mikroskopisch- kleine Gewebestückchen die Information ein,  die sie vorher einer schon entwickelten Kaulquappe entnommen hatten.  Und das Gewebe begann sich zu entwickeln,  es erschienen Muskeln, Nerven, Blut.  So dürfte auch Maria geboren haben,  als der  Heilige Geist ihren Chromosomen das Hologramm des Gottesbildes übergeben hatte.  Damit lässt sich auch die Entstehung des Lebens allgemein auf der Erde erklären. Denn damals gab es noch keine DNA mit darin enthaltender Information.  Jemand musste  Wellen-Hologramme schicken, die die einfachen Moleküle veranlasst haben, sich zu  zusammengesetzten Molekülen zu verbinden,  bis hin zu  Eiweiß,  RNA und  DNA und weiter bis  zum komplizierten, ganzen Organismus.

Die  ‚vier  vorgeburtlichen Matrizen‘   der   unbewussten   Psyche   nach  Stanislav  Grof.

Auf  Grundlage langjähriger Studien und großer Mengen klinischer Befunde an 6000 Personen, sowie von Experimenten zur Veränderung des Bewusstseins mit dem Halluzinogen LSD,  konnten Grof und seine Mitarbeiter beweisen, daß die posthumen Erfahrungsdimensionen des Menschen mit seinen vorgeburtlichen Erfahrungen verbunden sind.  Es gelang dem Forschungsteam das klinische Material  sogen. ‚perinataler Matrizen‘   zu systematisieren und in vier Matrizen der unbewussten Psyche zu gliedern. Diese Matrizen ähnlicher Erfahrungen im Unterbewusstsein sind normale Bestandteile der menschlichen Person.

  1. MATRIZE – die beginnende Einheit mit der Mutter – entspricht der Periode vom  5.- 9. Schwangerschaftsmonat. Nach den Angaben der Klienten empfindet die Frucht im Mutterleib eine paradiesische, ozeanische  Existenz, die Einheit mit dem Kosmos, das Fehlen der Gegensätze, der Zeit und des Raumes, den unmittelbaren Kontakt mit dem Heiligen, der Endlosigkeit und der Ewigkeit.  Der Körper scheint kosmische Ausmaße zu haben,  das Bewusstsein  identifiziert sich mit dem ganzen Weltall,  es erscheint als Gefühl der Einheit mit Gott, Erscheinungen des Paradieses und des goldenen Zeitalters als  Grundlage aller späteren Lebenssituationen und  religiösen Erlebnisse.
  2. MATRIZE –  der Antagonismus mit der Mutter –  gehört zur ersten klinischen Etappe der Geburt, wenn die Kontraktion der Gebärmutter  beginnt,  aber der Eingang zum Geburtskanal noch geschlossen ist.  Die Seligkeit geht zu Ende, an ihre Stelle tritt das Gefühl der Bedrohung.  Kind und Mutter werden für einander zu einer Quelle des Schmerzes. Die dabei entstehenden Gefühle von Agonie verbinden sich im Bewusstsein der Person mit dem Prozess des Sterbens. Diese  Matrize ist der Hintergrund  für spätere unangenehme Erlebnisse, wie Krankheiten, Eingeschlossen werden,  Hunger,  Durst,  Schwüle und andere negative Emotionen.
  3.  MATRIZE –  Zusammenarbeit mit der Mutter  und Durchgang durch den Geburtskanal –  es handelt sich um die zweite Etappe der klinischen Geburt, wenn sich die Kontraktionen der Gebärmuttermuskulatur fortsetzen, die Einmündung des Geburtskanals aber schon geöffnet ist. Es beginnt die schwere und qualvolle Bewegung der Leibesfrucht im engen Geburtskanal, während das Kind mit den ihn quetschenden Wänden der Gebärmutter um sein Leben kämpft. Die mit diesem Vorgang verbundenen starken Qualen werden begleitet von einer hohen  Konzentration von Energie, die sich in unerwarteten Energieaufwallungen ausdrückt. Es treten seltsame Gefühle dabei auf:  es ist nicht möglich Schmerzen und Qualen von der Glückseligkeit, mörderische Aggression von starker Liebe zu unterscheiden.  Bei physiologisch normal verlaufenden Entbindungen bilden sich im Gedächtnis  der Leibesfrucht Programme,  die später in vergleichbaren Situationen als Wünsche, für sich selbst einzustehen, sich den Gefahren des Lebens zu stellen,  Abenteuer zu riskieren,  Prüfungen zu bestehen,  Rivalen zu besiegen oder  auch als sadomasochistische Wünsche erhalten bleiben.
  4.  MATRIZE –  Die Loslösung von der Mutter – gehört zur letzten Phase der klinischen Geburt –  in der die Vorwärtsbewegung der Leibesfrucht zu Ende geht und plötzlich eine unerwartete Entspannung eintritt. Die Klienten sehen ein  blendendes Licht, sie haben das Gefühl einer kosmischen Ausweitung, der Befreiung, der Rettung und der Liebe.  Mit dem ersten Atemzug beginnt der große eigene Blutkreislauf, das Kind stößt Schreie aus, aus Freunde oder aus Mitleid mit sich selbst.  Die Frucht ist geboren und aus der Realität des Lebens in eine andere übergegangen.  Bei einer normalen Geburt  d.h. –  ohne Hypoxie, ohne Asphyxie, ohne Sectio  usw.  –  zeichnet sich im Ergebnis in der Psyche des Neugeborenen ein Programm ab, das im nun darauf folgenden Leben sich ausprägen wird, als Glaube an den Erfolg, an ein gelingendes Vermeiden von Gefahren, als Gefühle der Freude über einen Sieg,  als Begeisterung über die Bilder der Natur,  als ästhetische Gefühle und als Erleben des Schönen.   ____________________________________________________________________

 

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