Mit welchen therapeutischen Wirkungen und Entwicklungen Sie rechnen können

2.  Mit  welchen  therapeutischen  Wirkungen  und   Entwicklungen   Sie  rechnen  können.

In den ersten Tagen der Behandlung normalisieren sich in der Regel vegetative Vorgänge. Die Atmung wird tiefer, die Energie nimmt zu, das Schlafbedürfnis nimmt ab.  Sogen.  ‚Blitz-Somatisierungen‘  können, müssen aber  nicht auftreten. Sie signalisieren eine beginnende Auflösung neuro-physiologischer Konfliktzonen, auch Schwindel ist möglich. Die Analyse- und Kontrollfähigkeit des Ohres verbessert sich, die Gefühle schwanken stark zwischen Zärtlichkeit und Aggressivität, was bei  Kindern besonders sichtbar wird. Der Wunsch mehr zu sprechen, nimmt sehr stark zu. Die Stimme wird heller, intonierter, die Sprechweise flüssiger und differenzierter. Die Rede wird grammatikalisch korrekt, organisierter und logischer.  Vielfältige Anzeichen von mehr Lebensfreude und  Kreativität in  visueller, musikalischer oder  sprachlicher Form.

Längerfristig  und  bleibend  verändern  sich  propriozeptiv  und  postural :

  • die Flexibilität des Tonus nimmt zu, wodurch die Bewegungen ökonomischer werden und ihr Ausdruck authentischer.
  • die motorische Beweglichkeit besonders der linken Körperseite nimmt zu.
  • eine Aufrichtung von Becken und Wirbelsäule zu einer optimalen Haltung findet statt, da alle vorderen Wurzeln vom  Vestibularis-Zweig des Hörnervs innerviert werden, kontrolliert dieser Nerv  jede Bewegung. So beziehen die audio-vokalen Prozesse die Motorik und Statik des ganzen Körpers ein.
  • die psychischen Integrationsfähigkeiten.

Die erstaunlich zügig und oft sichtbar einsetzenden Wirkungen werden in den Händen eines  mit der Wirkweise des  Tomatis-Effekts  vertrauten,  Psychotherapeuten möglich, weil die Wirkungen  sich auf  drei Ebenen  gleichzeitig entfalten.

NEUROPHYSIOLOGISCHE EBENE

Über die Hörschnecke wird das Gehirn mit hohen Frequenzen stimuliert und angeregt. Über den Knochenschall und seine Vibrationen findet eine Mikrogymnastik der Muskeln des Mittelohres statt.  (Steigbügelmuskel u. Trommelfellspanner) Es findet eine vestibuläre Umsteuerung und eine kontinuierlich zunehmende  Optimierung der Körperselbststeuerungen statt.

SEELISCHE EBENE

Trennungen, Krankheiten, Traumata, aber auch leichtere Beeinträchtigungen können am Anfang des Lebens verheerende Effekte auf die Horchentwicklung und damit auf die Sprach-, Intelligenz-, und Persönlichkeitsentwicklung haben. Nach solchen Ereignissen kann ein Kind oft nur ‚abschalten‘ ; es blendet die unangenehmen Töne aus. Es hört sie zwar noch, lässt sich von ihnen aber emotional nicht mehr berühren. Dieser Prozess läuft nicht bewusst ab. Der Wunsch des Kindes in diesem Konfliktbereich aktiv hinzuhorchen, erlischt. Dadurch wird das zuerst zeitweilige Abschlaffen der Mittelohrmuskulatur nun chronisch und ist vom Kind selbst – normalerweise – nicht mehr umkehrbar. Da die Mittelohrmuskulatur in diesem kritischen Bereich nun nicht mehr spontan kontrahieren kann, überträgt sich diese Einschränkung auf die seelische und körperliche Haltung. In der Folge verstärkt diese Haltung wieder sein schlechteres Horchvermögen.  Ein Teufelskreis. Damit hat das Kind einen Komplex entwickelt und horcht und erlebt alles durch den Filter dieses Komplexes. Die Methode führt das Kind ausgehend vom vorgeburtlichen Horchen – wo dieser Komplex noch nicht existierte – durch die wichtigsten Etappen seiner Entwicklung.  Der Teufelskreis wird  durchbrochen und der Filter des Komplexes schrittweise beseitigt.

BEZIEHUNGSEBENE

Menschen mit Erlebens- oder Verhaltensstörungen stiften in ihren Beziehungen Verwirrung,  Wut , Ärger,  Hilflosigkeit  u.a.  oft allein durch die Art und Weise ihrer Schwierigkeiten. Ihre Eltern oder Partner werden von uns ausführlich beraten. Die Mutter erhält ein eigenes Horchtraining. Partner oder Väter können auf Wunsch am allgemeinen Elternprogramm teilnehmen. Der Vater sollte die beginnende Entwicklung seines Kindes positiv mittragen. Die Eltern erfahren damit selbst eine funktionelle und seelische  ‚Öffnung ihres Ohres‘,  so dass sie danach gelassener und mit mehr Distanz zum Problem  des Kindes unterstützen   können.

ZUR  PSYCHISCHEN  DYNAMIK  DER  TOMATIS-METHODE
IN   PSYCHOANALYTISCHER  SICHTWEISE

Lässt man einen Patienten die Stimme seiner leiblichen Mutter – via Hörsimulator – so gefiltert hören, wie er sie vor seiner Geburt im Fruchtwasser wahrgenommen hat, so reaktiviert diese Stimme unbewusste Erinnerungen seiner fötalen Existenz. Das Wiederhören der mütterlichen Stimme dekodiert kortikale Engramme aus vorgeburtlicher Zeit. Beim Patienten wird dadurch vor allem sein Verlangen zu sprechen und sich mitzuteilen intensiv und neu geweckt. Nach einer unterschiedlichen Zahl von Sitzungen in denen er sich an die hochgefilterte Stimme gewöhnen kann, lösen die akustischen Stimulationen der Stimme beim Patienten sehr tiefgehende Regressionen aus. Bereits Otto Rank beschrieb im ‚Trauma der Geburt‘ von 1923, wie es der psychoanalytischen Methodik gelingen kann, auch vorsprachliche, früh geprägte, unbewusste Schichten zu erreichen. Mit psychoanalytischer Methodik gelingt dies – wenn überhaupt – oft erst nach Jahren kontinuierlicher Behandlung. Die Tomatis-Methode macht dagegen die Wiederbelebung traumatischer Geburtsprägungen vom Beginn der Behandlung an möglich. Die unbewussten Schichten in denen frühe und vorgeburtlich stattgehabte Prägungen gespeichert sind, können mit ihr zügig und zuverlässig erreicht werden. Das apparative Wiederhören der filtrierten Mutterstimme führt zu einer teilweise  dramatischen Wiederbelebung subjektiver Erlebnisse und Befindlichkeiten vor der eigenen Geburt. Der Patient erlebt die existentielle Dimension seiner eigenen Geburt noch einmal neu, über eine Katharsis zu einer Metamorphose, aber diesmal eben in bewusster – nicht traumatisierender – Weise. Möglich wird dies, weil somatisch-neuronal-kortikal gespeicherte Engramme aufgelöst werden und auch beharrliche, weil vorher hirnphysiologisch fixierte Störungen sich zurückbilden;  Fixierungen, die meist die entscheidende Bremse in der psychoanalytischen Behandlung darstellen. Die Methode hat den unbestreitbaren Vorteil Verdrängungen und bereits psychosomatisch verankerte Abwehrmechanismen grundlegender und schneller aufzuheben. Der Patient kann deshalb an seine unterbrochene Ur-Erfahrung wieder anknüpfen, weil durch die dosierte Überflutung der thalamischen Hirnregionen mit hohen Frequenzen sich sein verdrängtes Erlebnismaterial  auflösen kann und bisherige Es-Impulse von ihm nun in bewusster Form reintegriert werden können. Dies stellt meist die entscheidende Wende zur Heilung dar.  Für den Patienten wird es z.B. nach der Auflösung seines Geburtstraumas leicht, die neurotisch-pathologischen Anteile aufzugeben. Damit entfällt der üblicherweise  notwendige längere und aufwendige Prozess des therapeutischen Durcharbeitens einer Neurose.
Die Methode erlaubt damit eine zügige Mobilisierung unbewussten-pränatalen Erlebnismaterials, die oft die Basis aller später entstandenen seelischen Konflikte bildet.  Derartige pränatale Ur-Erlebnisse sind wie ein Filter oder ein Mittler aller späteren Anschwemmungen des persönlichen Unbewussten. In der Mythologie oft dargestellt durch die Barke des Charon, die den Besucher der Hölle über den Fluss setzt.
Ein Fallbeispiel:
Eine 40 jährige Frau litt unter starken Angstzuständen. Sie hatte bereits einen Suizidversuch hinter sich.  In der Therapie mit der Tomatis-Methode erlebte sie ihre eigene Geburt wieder und beschrieb ihre Erlebnisse wie folgt:
‚Ich bin hinausgeworfen, man stößt mich aus einem Tal und ich gelange mit Gewalt ins Leere.  Ich kann nicht mehr atmen. Das Schluchzen erstickt mich. Es ist eine unerträgliche Gewalt. Ich bin nackt, ich friere. Der Tod umgibt mich, ich klappere mit den Zähnen, habe Krämpfe :  das Nichts. Etwas in mir stößt mich, es kracht. Ich fühle es in meinem Unterleib, in meiner Brust. Ich halte den Atem an. Dann habe ich das Gefühl, das es sich öffnet  ….‘  Zit. Ende

Die Heilungen der Methode gelingen dadurch , dass das Wiederhören der mütterlichen Stimme Dimensionen des Erlebens aus vorgeburtlicher Zeit reaktiviert. Dimensionen, die von der Person als glücklich und als sie ‚wachsen lassend ‚ erlebt wurden. Hierdurch wird das menschliche Verlangen nach sprachlichem Austausch mit anderen neu geweckt.  Nachdem sich die Fixierungen aufgelöst haben, können auch illusionäre Verkennungen aufgegeben werden. Aus der Isolierhaft im Gefängnis eines  ‚Falschen Selbst‘ , das eigene Gefühle bis zur Selbstentfremdung verdrängt hatte, kann sich nun das ‚Wahre Selbst‘  zunehmend befreien,  wodurch eine neue Lebendigkeit und eine größere Fülle von Erlebnismöglichkeiten wiedergewonnen werden.

–  Die  Tomatis-Methode  als  eine besonders  wirksame   Psychotherapie  in  München  –

nach oben